Samstag, 18. April 2015
Dr. Müller-Wohlfahrt verlässt den FC Bayern München!
Am Donnerstag ging eine 38 Jahre währende Ära zu Ende: Nach einem offenbar heftigen Streit mit den Verantwortlichen des Vereins aufgrund der 1:3 Niederlage gegen den FC Porto im Viertelfinale der Champions League trat Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt trat als Mannschaftsarzt des FC Bayern München zurück. Wo liegen die Gründe für diese drastische Maßnahme der medizinischen Koryphäe, der Spitzensportler aus aller Welt vertrauen? Welche Folgen hat dieser Verlust für den FC Bayern?

Eins ist sicher: Dieser Rücktritt schlug beinahe höhere Wellen als der Rückzug von Jürgen Klopp als Trainer des BVB. Sofort wurde das schon lange zerrüttete Verhältnis zwischen Trainer Pep Guardiola und dem Arzt als Ursache für diese Entscheidung vermutet. Und in der Tat, seit Monaten schwelte ein Machtkampf zwischen den beiden: Guardiola war es schon lange ein Dorn im Auge, dass Müller-Wohlfahrt bei den Trainingseinheiten nicht zugegen war, um bei etwaigen Verletzungen sofort mit der Behandlung zu beginnen. Die Spieler mussten in die Münchner Innenstadt zur Praxis des Arztes fahren. Der Verein versuchte, zu schlichten: Seit einigen Wochen war Kilian Müller-Wohlfahrt bei jedem Training an der Säbener Straße, um medizinische Erstbehandlung bieten konnte. So sollte sowohl Guardiola zufriedengestellt werden und Müller-Wohlfahrt verlor nicht sein Gesicht, vor dem katalanischen Trainer einzuknicken.


Auch bei der Behandlung des lange Zeit verletzten Thiago gerieten die beiden aneinander. Guardiola war die Behandlung seines Lieblingsspielers nicht schnell genug, er riet seinem Schützling zur Behandlung in Barcelona, wo Kortison zum Einsatz gekommen sein soll. Die Folge ist bekannt, das Innenband riss wieder, Thiago fiel weiterhin viele Monate lang aus.

Doch nun, nach der mehr als enttäuschenden Niederlage gegen Porto, mit einem extrem verletzungsgeschwächten Kader, scheint das Band gerissen. Nicht nur zwischen dem Trainer und dem so lange hochgeschätzten Arzt, der gesamte Verein scheint sein Vertrauen in Müller-Wohlfahrt verloren zu haben. Wenn man den Medienberichten Glauben schenken darf, soll Karl-Heinz Rummenige den Vereinsarzt nach der Niederlage in Porto extrem kritisert haben. Und in der Tat muss sich der 72-Jährige hinterfragen: Warum fällt ein Franck Ribery mittlerweile schon wochenlang aus, obwohl nur ein paar Tage vonnöten sein sollten, um die Sprunggelenksverletzung zu kurieren? Aus der Sicht eines medizinischen Laien könnten einige Behandlungsmethoden zu konservativ erschienen haben, was im Profisport eine deutliche Schwächung sein kann.

Es bleibt spannend, wie die Zukunft des FC Bayern aussehen wird. Müller Wohlfahrt erfreut sich bei vielen Spielern großer Beliebtheit, auch Spitzensportler wie Usain Bolt vertrauen sich ihm an. Der letzte Rücktritt des Arztes war übrigens kein gutes Omen für den Trainer des FC Bayern: Auch Jürgen Klinsmann hatte sich mit ihm zerstritten. Am Ende musste Klinsmann gehen, Müller Wohlfahrt kehrte zurück.

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